Das Bauprojekt Neue Mitte Dreieich-Sprendlingen hat erneut für eine Überraschung gesorgt. Nachdem beim Abriss der alten Bebauung zur Vorbereitung der Tiefbauarbeiten ein überbauter Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde, sind Bauarbeiter auf einen weiteren Fund gestoßen, einen Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert. Dieser wurde freigelegt, dokumentiert und anschließend abgerissen.

 

Der Fundort des Gewölbekellers liegt nahe an der Hauptstraße, gegenüber des Alten Sprendlinger Rathauses. Er befindet sich unmittelbar neben dem Bunker, der erst vor wenigen Wochen entdeckt worden war. Eine archäologische Grabungsfirma hat unter Fachaufsicht des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (hessenARCHÄOLOGIE) den Keller zwischenzeitlich untersucht. Festgestellt wurde dabei, dass das Gewölbe bis in die 1940er-Jahre genutzt wurde und es eines von vielen ähnlichen im Stadtgebiet ist. In dem Keller wurde jedoch nichts gefunden. „Aus Sicht der Denkmalpflege stand einem Abriss daher nichts im Wege“, sagt Mohamed Younis, Geschäftsführer der Schoofs Immobilien. „Wenn wir diesen Keller nicht hätten abreißen können, hätte dies in der Tat ein Problem für unsere Planungen dargestellt. Durch den Abriss ist es zu keinem  Terminverzug gekommen, wir liegen weiterhin im Zeitplan.“

 

In Sachen des Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Schoofs Immobilien GmbH entschieden, diesen nicht abzureißen, sondern das Bauwerk als historisches Zeitdokument zu erhalten und in die Planungen zu integrieren. „Wir würden gerne Führungen für die Bevölkerung anbieten, konkrete Termine gibt es dafür aber noch nicht.“

 

Die Fertigstellung der Neuen Mitte ist für 2021 geplant. Nach Beendigung der Abrissarbeiten Ende 2019 werden hier 54 Mietwohnungen und Handelsflächen sowie Büros und Arztpraxen entstehen. Als Ankermieter und Nahversorger zieht in den neuen Gebäudekomplex ein Bio-Lebensmittelgeschäft ein, zudem wird es eine Drogerie- und eine Sparkassen-Filiale und Gastronomieflächen geben.